Luczak Andreas: Deutschlands Energiewende

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Teil 1

(7. April 2026) Der Untertitel „Fakten, Mythen und Irrsinn“, kommt für ein Springer-Sachbuch, das 2024 erschienen ist, ziemlich reißerisch daher, doch viele Beispiele scheinen den Untertitel zu rechtfertigen:

„Ohne den Atomausstieg wäre der Kohleausstieg in Deutschland bereits 2023 erreicht worden.“ (39) „Zwischen 2007 und 2023 sind etwa 133 TWh klimaneutraler Atomstrom weggefallen. … Etwa drei Viertel des Ausbaus erneuerbarer Energien diente also allein dazu, zu verhindern, dass der wegfallende Atomstrom durch fossilen Strom ersetzt wird.“ (46)

 KleinWasserkraftwerk seit 1904

Foto: Kleinwasserkraftwerk seit 1904

„Der Weg zur Klimaneutralität besteht bislang vor allem aus einem klimapolitischen Sammelsurium aus Subventionen und Ordnungsrecht (Grenzwerte, Quoten, Verbote, Zwangsstilllegungen von Kraftwerken etc.). Die Erfolgsbilanz dieser Klimaschutzinstrumente, die Deutschland und die EU bislang verabschiedet haben, 'ist bestenfalls ernüchternd – das Attribut desolat wäre ehrlicher'.“ (S. 51, das Zitat stammt von Eric Heymann).

„Das Verbot bestimmter Produkte (Stichwort Glühbirne), aber auch die bisherigen Energiesteuern haben bislang im Vergleich zu den Kosten sehr wenig gebracht.“ (52)

Luczak kritisiert den „ökonomischen Irrsinn des Kohleausstiegsgesetzes“ (123), den „teuren und klimaschädlichen Irrweg mit Biosprit und Biogasanlagen“ (65), und nicht zuletzt „die jahrzehntelange milliardenteure Erblast der temporären Überförderung der Solarenergie“ (57). Dazu kommt aktuell die Förderung von Batteriespeichern bei privaten Solaranlagen - „ein weiteres typisches Beispiel dafür, wie mangelnde Sachkenntnis der Politik dazu führt, dass eine bestimmte Industrie es mit dem Argument Klimaschutz schafft, sich auf Kosten der Allgemeinheit zu bereichern, obwohl damit sogar eine Erhöhung der Emissionen verbunden ist.“ (103)

„Der Strombedarf für ein klimaneutrales Energiesystem wird sich im Vergleich zu den jetzigen etwa 500 TWh mindestens auf 1000 TWh verdoppeln, da die Sektoren Wärme und Mobilität elektrifizieren müssen.“ (65)

Versuche, klimaneutralen Wasserstoff zu produzieren, um für Kosten von 300 Euro eine Tonne CO2 einzusparen, ist ein „irrationaler Hype“, während simple Vermeidungskosten bei 50 Euro pro Tonne liegen würden (gemessen am Preis für CO2-Emissionszertifikate, S 99). „Da ist es zumindest tröstlich, dass die Strategie der Bundesregierung in der Realität bislang so gut wie gar nicht umgesetzt wurde. Von den bis 2030 geforderten 5 GW Elektrolysekapazität sind in den Jahren 2020 bis 2023 in Summe kaum mehr als zwei Prozent (0,12 GW) gebaut worden.“ (102)

„Die Leistung der Wind- und Solaranlagen schwankt sehr stark abhängig von den Wind- und Lichtverhältnissen. Die Durchschnittsleistung von Solaranlagen liegt etwa bei 10% und die von Windanlagen etwa bei 25% der unter optimalen Bedingungen möglichen Leistung. Deshalb ist die installierte und damit maximal zu übertragende Leistung von Solar- und Windanlagen um ein Vielfaches höher als bei fossilen Grundlast-Kraftwerken, deren Durchschnittsleistung nahe der maximalen Leistung liegt.“ (142)

Ein ganzes Kapitel widmet der Autor der Frage „Elektroautos: Heilsbringer oder Sackgasse“. Hier in aller Kürze: 1. nein, 2. ja.

Mit diesen Beispielen bestätigt Andreas Luczak scheinbar die Ansichten der „Klimaleugner“. Würde die Rezension an der Stelle enden, wäre sie schwer tendenziös; sie würde weder den Gesamt-Inhalt des Buches, noch die Intention des Autors richtig wiedergeben. Luczak macht einleitend klar, dass er auf der Seite der „Klimagläubigen“ steht. So beginnt das Buch unter 1.1 mit seinem Glaubensbekenntnis, das er als „Kernaussagen der Wissenschaft“ bezeichnet:

 

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