1 Jahr Kunstraum Steiermark

35 Jahre Grundsteinlegung

10. August 2026 - Anlässlich des Doppel-Jubiläums lädt der Kunstraum Steiermark, Schwöbing 37, 8665 Langenwang, zu Abenden der offenen Türe – von Montag, 10. bis Sonntag, 16. August, täglich von 17:00 bis 21:00 Uhr. Angesichts der Wetterprognosen ideal zu verbinden mit einem Tag am Freizeitsee Krieglach oder einem Besuch der Waldheimat von Peter Rosegger.

Im August 1991 war der Moskauer Künstler Nikolaj (Kolja) Postnikow erstmals in Österreich. Im Dachgeschoß eines einfachen Wohnhauses in der Waldheimat hat ihm HTH ein Atelier eingerichtet, wo er in wenigen Wochen rund 20 Bilder und viele Skizzen schuf. Aus dem naheliegenden Traibach hat Kolja einen flachen Stein gefischt, der mit der Aufschrift „Postnikow 10.08.91 16 Uhr 21 Min“ zum symbolischen Grundstein und zur Gedenktafel der späteren Galerie wurde.

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Werbemüll: unüberbietbar

  1. Juli 2026 - Einmal im Jahr wähle ich mit vier anderen Flaschen,

Zweigelt und Chardonnay, Veltliner und Valpolicella,

den größten Werbenonsens des Jahres.

Nihilisten meinen, jede Werbung sei Nonsens, doch Nihilisten leben offenbar von Luft und Licht.

Wer etwas an den Mann und die Frau bringen will, muss auch werben. Doch warum muss man bewerben, was die Leute sowieso kaufen? Und zwar regelmäßig!

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Graz Stadt der HerzensbrecherInnen

Von Anton Edler

Ein Stadtspaziergang am letzten Maientag 2026. Mir bricht das Herz. Ich komme mit dem Zug am Hauptbahnhof Graz an und will meine Landeshauptstadt an diesem Sonntag erbummeln. Kaum betrete ich die Bahnhofshalle, schlägt mir der Duft dehydrierter Seelen entgegen. Ich wundere mich, da sehe ich sie schon: Menschliche Wesen, gedemütigt vom Leben; arbeitslos, obdachlos, würdelos. Sie sitzen am Bahnhofsgelände wartend innen und außen, Männer wie Frauen. Einer steht auf, geht auf mich zu und fragt um 50 Cent. Ich habe mehrere dieser Münzen bei mir, wegen der Benützung von öffentlichen WC-Anlagen. Ich gebe, denn heute werde ich das neue WC am Bahnhof Graz nicht benützen.

Das Pissoir befindet sich in der Auslage. Jeder Bahnhofsgast kann mir beim Urinieren zuschauen. Das ist mir unangenehm, wähne mich in meiner Würde verletzt. Der Sinn dieser öffentlichen Zur-Schaustellung erschließt sich mir nicht. Ich betrete den Europaplatz und sehe sie direkt vor mir: die Grenzlinie. Sie trennt den ÖBB-Besitz vom Gemeindebesitz. Bis gestern (30. Mai) wusste ich nicht, dass falsches Gehen, Sitzen und Liegen auf der einen Seite (ÖBB) ‚Herumlungern‘ ist und ich des Platzes verwiesen werden kann, während auf der anderen Seite (Stadt Graz) dies durchaus erlaubt, wenn nicht sogar zu Erholungszwecken erwünscht ist. Ich sinniere, da steht eine verwahrloste junge Frau vor mir, trägt ihre letzten Habseligkeiten in einer großen Tasche mit sich. Mir bricht das Herz.

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