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Vom Scheitern der ICH-Erzähler
12.1.2016 - Zu Jahresbeginn hab ich im Ramschladen drei Romane gekauft. Ramschladen, ein wirklich bösartiger Begriff für Buchhandlungen, in denen hochwertige Bücher – nach offizieller Sprachregelung der Verlage – verramscht werden. Auf der Unterkante abgestempelt als „Mängelexemplar“. Und manche Taschenbücher erhalten sogar einen doppelten Dolchstoß verpasst, um ihre Mangelhaftigkeit nochmals physikalisch zu demonstrieren. Ich frage mich, wie die Verlage e-books verramschen, aber das ist ein anderes Thema.
Wie der Zufall – was immer das sein mag – so will (ein Zufall mit eigenem Willen?), … wie auch immer, wählte ich drei Romane, die einen gemeinsamen Nenner haben: einen, bzw. sogar jeweils mehrere Ich-Erzähler. Wikipedia schreibt über dieses „typologische Modell der Erzählsituationen“: „Diese Erzählsituation erscheint natürlich. Wenn jemand erzählt, was ihm passiert ist, spricht er ebenfalls aus der Ich-Perspektive. In der Regel ist diese Perspektive besonders geeignet, ein Identitätsgefühl mit dem Erzähler beim Leser zu wecken. Das Gefühl also, der Leser erlebe selbst, was dem Erzähler als Figur des Textes geschieht.“
In den drei Romanen, die mir also zugefallen sind, ist diese Intention nachvollziehbar. Allerdings sind die Autoren meiner Einschätzung nach daran gescheitert.