Geheime aber teure Gaslieferungen - EU-Gasimporte seit 2022

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EU-Gasimporte: Chronologie laut ChatGPT

Die Europäische Union (EU) hat Gasimporte aus Russland bislang nicht vollständig sofort sanktioniert, sondern in den letzten Jahren schrittweise Rechtsgrundlagen geschaffen, um sie zu verbieten – als Reaktion auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine seit Februar 2022.

Entwicklung der Sanktionen gegen russische Gasimporte
Bis vor kurzem (2022 – 2024)
Nach dem Angriff auf die Ukraine im Februar 2022 begann die EU, ihre Abhängigkeit von russischem Gas massiv zu reduzieren. Dies geschah vor allem durch Marktveränderungen und Vertragsausläufe, nicht durch ein allgemeines EU-Sanktionsverbot gegen Gasimporte. Viele Pipeline-Lieferungen, etwa durch Nord Stream und via Ukraine, wurden von Russland oder Transitstaaten eingestellt oder fielen aufgrund geopolitischer Entwicklungen weg.
2025 – 2026: Rechtlicher Beschluss zum Importstopp
17. Juni 2025 legte die Europäische Kommission einen Vorschlag für ein Gesetz zur schrittweisen Beendigung russischer Gasimporte vor.
3. Dezember 2025 erreichten EU-Rat und Europäisches Parlament eine politische Einigung über einen verbindlichen Zeitplan, den Import von russischem Gas und LNG rechtlich zu verbieten.
26. Januar 2026 wurde die entsprechende Verordnung (Teil des sogenannten REPowerEU-Pakets) offiziell angenommen und Ende Februar 2026 im Amtsblatt der EU veröffentlicht – damit ist die Sanktion gegen Gasimporte rechtlich verankert.
Zeitplan des Verbots
Die neuen Vorschriften sehen eine gestaffelte Umsetzung vor, nicht ein sofortiges, einheitliches Sanktionsverbot:
Kurzfristige Gas- und LNG-Verträge: werden bereits ab Frühjahr 2026 verboten, sobald die Verordnung in Kraft ist.
Kurzfristige Liquefied Natural Gas (LNG)-Importe: ab 25. April 2026 verboten.
Kurzfristige Pipeline-Gasimporte: ab 17. Juni 2026 verboten.
LNG-Importe aus langfristigen Verträgen: ab 1. Januar 2027.
Pipeline-Gas aus langfristigen Verträgen: bis 30. September 2027 bzw. 1. November 2027, abhängig von Gaslagerfüllständen.
Fazit: Ein allgemeines EU-Sanktionsverbot für russische Gasimporte wurde rechtlich erst Anfang 2026 verabschiedet und führt schrittweise ab 2026 bis spätestens Ende 2027 zum vollständigen Importstopp.

ERGÄNZUNG 2. Februar 2026 (Quelle ORF.at)

Ungarn klagt gegen Gasimportverbot aus Russland
Ungarn hat eine Klage beim Europäischen Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg gegen den von der EU beschlossenen Importstopp für Erdgas aus Russland eingebracht. Das teilte der ungarische Außenminister Peter Szijjarto heute auf X mit, kurz nachdem die entsprechende Verordnung im Amtsblatt der EU erschienen war. Auch die Slowakei hat eine Klage angekündigt.

Welche Maßnahmen hat die österreichische Regierung gesetzt, um die Gaslieferverträge mit Russland zu ändern?

Die österreichische Bundesregierung hat in den letzten Jahren mehrere Maßnahmen und Schritte unternommen bzw. angekündigt, um die Gaslieferverträge mit Russland zu ändern oder die Abhängigkeit davon zu reduzieren. Dies geschieht vor dem Hintergrund des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine, der energiepolitische Risiken und Vertrauensfragen aufgeworfen hat. Hier die wichtigsten Entwicklungen und Maßnahmen:
1. Beendigung der langfristigen Lieferverträge
Die OMV, an der der Staat Österreich beteiligt ist, hat im Dezember 2024 ihren langfristigen Erdgasliefervertrag mit Gazprom Export mit sofortiger Wirkung gekündigt, nachdem Gazprom wiederholt Lieferbedingungen nicht eingehalten hatte.
Dieser Vertrag hätte ursprünglich bis 2040 laufen sollen – Österreich hat sich damit faktisch vom direkten vertraglichen Bezug von russischem Pipeline-Gas gelöst.
2. Strategische Vorbereitung auf Lieferstopp
Russland hatte im November 2024 die Lieferungen an OMV eingestellt. Österreich stellte daraufhin klar, dass es ohne russisches Gas auskommt, etwa durch volle Gasspeicher und alternative Bezugsquellen.
Ab Anfang 2025 bezieht Österreich nach offiziellen Angaben kein russisches Gas mehr direkt.
3. Diversifizierung der Gasversorgung
Die Bundesregierung hat Maßnahmen zur Diversifizierung und Unabhängigkeit von russischem Gas beschlossen, z. B. den Ausbau der Gaspipeline-Infrastruktur (etwa Ausbau der West-Austria-Gasleitung, „WAG-Loop“) zur Erhöhung der Importkapazität aus anderen Quellen.
Gleichzeitig wurden verstärkt Lieferverträge mit anderen Produzenten (z. B. Norwegen) und LNG-Importmöglichkeiten gesucht bzw. genutzt.
4. Interne politische Strategien
Das Klimaministerium (unter Leonore Gewessler) hat bereits 2024 darauf hingewiesen, dass österreichische Energieunternehmen konkrete Schritte zur Reduktion des Anteils russischen Gases unternehmen sollen und die Rechtsgrundlagen für ein solches Vorgehen geprüft werden.
5. Rolle auf EU-Ebene
Österreich hat sich gemeinsam mit anderen Ländern dafür eingesetzt, dass die Europäische Kommission bei den Regeln über das Verbot bzw. den Ausstieg aus russischem Gas eine Überprüfungsklausel einbaut, die die EU-Regelungen nach zwei Jahren evaluiert.
Gleichzeitig plädierte Wien dazu, dass die EU nach einem möglichen Friedensschluss mit Russland die Möglichkeit behalten soll, russisches Gas wieder zu importieren – was auf Kritik stieß, da die EU insgesamt an einem vollständigen Ausstieg arbeitet.
Zusammengefasst: Ziel - Maßnahme
Reduzierung der Abhängigkeit - Kündigung langfristiger Gazprom-Liefervertrag
Verbesserung der Versorgungssicherheit - Ausbau alternativer Pipeline-Routen und LNG-Bezug
Politische Rahmenbedingungen - Nationale Vorgaben für Diversifizierung, EU-Koordination
Übergangsregelungen Strategische Reserven und Speicherfüllungen
Insgesamt hat Österreich also nicht nur politisch und regulatorisch gehandelt, sondern vor allem operativ durch die Beendigung des Gazprom-Vertrags und die Sicherstellung alternativer Gaslieferungen einen deutlichen Schritt zur Änderung seiner Energiebeziehungen zu Russland gemacht.

Warum sind Österreichs Erdgas Importkosten 2021 von 2 Milliarden auf 4,1 Milliarden und 2023 auf 9 Milliarden Euro gestiegen?

Die starken Steigerungen der Erdgas-Importkosten Österreichs von 2021 über 2022 bis 2023 lassen sich vor allem mit massiven Preisänderungen auf dem internationalen Gasmarkt und geopolitischen Entwicklungen erklären — nicht in erster Linie mit einer drastischen Zunahme der importierten Gasmenge. Kurz gesagt: Österreich hat für weniger oder gleich viel Gas deutlich mehr bezahlt, weil der Preis pro Energieeinheit extrem gestiegen ist.
Hier die wichtigsten Gründe im Überblick:
1. Globale und europäische Energiepreiskrise (2021–2023)
Bereits 2021 begann ein weltweiter Anstieg der Erdgas-Großhandelspreise – diese stiegen für Europa deutlich stärker als andere Rohstoffe, da nach der COVID-19-Pandemie die Nachfrage stark zulegte, während Liefermengen knapp waren. Russland reduzierte seine Lieferungen über wichtige Pipelines (etwa durch die Ukraine), was den europäischen Großhandelspreis stark nach oben trieb.
Diese Preissteigerungen setzten sich über 2022 und 2023 fort, weil …
- der russische Krieg gegen die Ukraine Unsicherheit auf dem Markt erzeugte,
- Versorgung über Russlands Pipeline-Netz reduziert oder unsicher wurde,
- Europa mehr teure LNG-Importe aus anderen Regionen beschaffte.
Das führte dazu, dass der Preis pro Einheit Erdgas mehrere Male höher war als vor der Krise, auch wenn Österreich teilweise weniger Gas insgesamt bezog.
2. Preis statt Menge entscheidet die Importkosten
Importkosten = Preis × Menge. In den Jahren 2021–2023 hat sich vor allem der Preis pro Kilowattstunde Erdgas vervielfacht, nicht unbedingt die Menge.
In Österreich und der EU stiegen die Gaspreise 2021 dramatisch, weil Russland Liefermengen drosselte und politische Unsicherheit schürte, was zu einem sprunghaften Anstieg führte.
Auch wenn 2023 die Preise von den extremen Hochs der Vorjahre etwas zurückgingen, lagen sie weiterhin auf einem viel höheren Niveau als vor der Krise. Das erklärt, warum Österreich im Jahr 2023 trotz tatsächlicher Reduktion oder ähnlicher Menge eine deutlich höhere Rechnung hatte als 2021.

3. Geopolitische Umwälzungen und Lieferketten-Effekte
Die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs verstärkten die Energiekrise:
- Sanktionen, politische Spannungen und Lieferunterbrechungen sorgten für eine Neuordnung des Gasmarktes in Europa.
- Europäische Länder suchten verstärkt Alternativen zu russischem Gas, z. B. teureres LNG oder Gas aus anderen Quellen, was die Preise weiter erhöhte.
- Durch diese Umstellungen wurden auch Handelskosten, Transport und kurzfristige Beschaffung teurer.
- Daher floss mehr Geld für jeden importierten Kubikmeter Erdgas, auch wenn die physische Menge nicht stark gewachsen ist.
Beispielhafte Zahlen (Erklärender Kontext)
2021: Österreich bezahlte rund 4 Mrd. € für Gasimporte, was wegen bereits steigender Preise mehr als doppelt so viel wie 2020 war.
2022 und 2023: Durch fortgesetzte Preissteigerungen am Großhandelsmarkt, die vor allem durch geopolitische Unsicherheiten und reduzierte Versorgung ausgelöst wurden, stiegen die Importkosten weiter auf etwa 9 Mrd. € oder mehr.

Fazit
Der Kerngrund für den Anstieg der Erdgas-Importkosten in Österreich von etwa 2 → 4,1 → 9 Mrd. € ist nicht primär die Menge des importierten Gases, sondern der dramatische Anstieg der Preise auf dem Gasmarkt zwischen 2021 und 2023, ausgelöst durch:
- Versorgungsengpässe und reduzierte russische Pipeline-Lieferungen
-Marktunsicherheit durch Krieg und geopolitische Risiken
-Teurere Alternativen und Beschaffungssituationen
-Globale Nachfrage- und Angebotsverschiebungen
Diese Faktoren führten dazu, dass Österreich für jeden Kubikmeter Gas viel mehr bezahlen musste als in früheren Jahren – und daher die Importkosten ungeachtet der Gasmenge stark angestiegen sind.

Tags: Steuergeldverschwendung, Gaslieferung, Gasimport, LNG, Natural Gas