ethos.at hat dafür gesorgt, dass der Vorschlag an die richtigen Adressen gelangt und diesen an die Geschäftsführer von AMS Österreich, Wien, Niederösterreich, Burgenland und Steiermark geschickt. Aus dem Burgenland kam keine Antwort, das AMS-Steiermark meldete „kein Bedarf“, AMS-Niederösterreich informierte, dass bereits ein entsprechendes Projekt im Laufen sei. Nur AMS-Wien ging auf das Angebot ein.
Winfried Goeschl (Landesgeschäftsführer des AMS Wien), hat am 16.01.2026 12:27 CET geschrieben:
Sehr geehrter Hr. Thurnhofer,
ich beantworte Ihre Anfrage verlässlich nächste Woche. Vorweg, wir glauben nicht, dass das um diesen Preis möglich ist, weil selbst eine Heimhilfeausbildung deutlich mehr Zeit erfordert. Das sind ja normierte Ausbildungen Außerdem müssen wir jedenfalls alle Weiterbildungen über 100.000 € ausschreiben.
Wir sie daher diese Teilnehmer_innen innerhalb von 2 Monaten ausbilden wollen ist uns nicht klar und auch nicht wo diese dann arbeiten könnten.
Mit freundlichen Grüßen
Winfried Göschl
Von: Hubert Thurnhofer Gesendet: Freitag, 16. Januar 2026 21:32
S.g. Herr Goeschl,
ich beziehe mich auf Angaben von Humanocare24, wonach rumänische PflegerInnen, bevor sie in Österreich zum Einsatz kommen, dort sechs Wochen Ausbildung erhalten!
Demnach sollte die gleiche Qualität der Ausbildung von Ukrainerinnen, die ja hier leben, möglich sein.
Sicher ist es nicht möglich, 100 gleichzeitig in nur zwei Monaten auszubilden! Doch verteilt ist das sicher machbar!
Mit freundlichen Grüßen
Hubert Thurnhofer
Winfried Goeschl hat am 19.01.2026 13:55 CET geschrieben:
Sehr geehrter Hr. Thurnhofer,
also sie sprechen von 24-Stunden-Betreuungskräften, nehme ich an. Die dann prekär beschäftigt sind. Das wird dann für das AMS schwierig, wie wir mit dem Thema umgehen. Dass diese Kräfte notwendig sind, ist eh keine Frage, aber der Staat geht mit dem Thema „schlawinerisch“ um. Für die gelten ja keinerlei arbeitsrechtlichen Regelungen. Da tun uns wir als öfftentliche Einrichtung schwer das zu finanzieren.
Wir werden uns das auch unter diesem Gesichtspunkt genauer anschauen. Unabhängig davon gilt die 100.000 €-Grenze. Darüber hinaus müssen wir jedenfalls eine Ausschreibung durchführen.
Mit freundlichen Grüßen
Winfried Göschl
Von: Hubert Thurnhofer Gesendet: Montag, 19. Januar 2026 17:39
Sehr geehrter Herr Goeschl,
danke für die freundliche Antwort!
Ich weiß nicht, mit welchen Pflegeorganisationen Sie zu tun haben.
Mein Onkel, dessen Erwachsenenvertreter ich bin, braucht seit Mai 2025 eine 24-Stunden-Pflege. Diese wird von Humanocare24 organisiert. Die Pflegekräfte sind nicht prekär beschäftigt, sondern als Selbständige bei der WKÖ angemeldet, und zahlen entsprechend Steuern und Abgaben.
Hat AMS ein besseres, effizienteres und günstigeres System? Ich werde es gerne in Anspruch nehmen, zumal die Ersparnisse meines Onkels bereits aufgebraucht sind.
Dass Projekte über 100.000 Euro ausgeschrieben werden, ist erfreulich, aber - wie das Beispiel, über das ethos.at berichtet hat, beweist - keine Garantie für Effizienz.
Wie kommen wir bei der Lösung des Problems (Pflegenotstand!) einen Schritt weiter?
Mein Vorschlag: ich biete drei Ausbildungs-Projekte für je 90.000 Euro an.
Ich schätze, dass bei Start im Februar das erste Projekt im Juni abgeschlossen werden kann. Folgeprojekte sollten dann innerhalb von zwei Monaten möglich sein. Projekt-Ziel: Pro Projekteinheit je 30-35 ukrainische Pflegekräfte für die Hauskrankenpflege.
Ich gehe davon aus, dass es beim Selbständigen-Modell keine arbeitsrechtlichen Hindernisse für den Einsatz von Ukrainerinnen gibt.
Ich garantiere, dass sich das AMS damit nicht in "schlawinerisches" Fahrwasser begibt, denn das AMS braucht ja nur die Ausbildung (= AMS-Kernkompetenz) zu finanzieren. Dass die weitere Beschäftigung der Pflegekräfte im Rahmen der Gesetze läuft, dafür sorgen Sozialministerium, WKO, am Land die Bezirkshautmannschaften und in Wien sicher auch entsprechende Kontroll-Behörden.
Mit freundlichen Grüßen
Mag. Hubert Thurnhofer
Winfried Goeschl hat am Dienstag, 20. Januar 2026 08:37 geschrieben:
Sehr geehrter Hr. Thurnhofer,
ich weiß, dass es die 24-Stunden-Pflege in Österreich wohl braucht und dass die Pflegekräfte als Selbständige bei der WKÖ angemeldet sind. Aber natürlich sind die Arbeitsbedingungen da auch prekär, weil Arbeitsbedingungen ja vollkommen ungeregelt sind. Ich werde aber prüfen lassen, ob wir derartige Ausbildungen unter diesen Umständen (nämlich, dass diese Personen dann selbständig beschäftigt sind) als staatliche Einrichtung finanzieren können.
Sollte das gehen, dann melde ich mich wieder.
Mit freundlichen Grüßen
Winfried Göschl
Sonja Weghaupt (Fachbereichsleitung Arbeitsmarktförderung Arbeitsmarktservice Wien>´) hat am 29.01.2026 12:01 CET geschrieben:
Sehr geehrter Herr Thurnhofer,
Herr Mag. Göschl hat mir ihre Anfrage zur weiteren Abklärung weitergeleitet.
Lt. meiner Information haben Sie erwähnt, dass es u.a. beim AMS Niederösterreich derartige Förderungen gibt. Wir haben in der Zwischenzeit die Rückmeldung von Seiten des AMS Niederösterreich erhalten, dass die „Heimhilfeausbildung inkl. Sprachförderung für Ukrainer:innen“ aktuell gefördert wird. Haben Sie dieses Projekt gemeint und in Ihrer Anfrage an ein ähnliches Projekt wie dieses angedacht?
Sie schreiben, dass Sie 3 Ausbildungs-Projekte anbieten können. Gerne nehmen wir neuen Projektideen auf und überprüfen diese. Da wir uns in der Umsetzung gemäß unserer Richtlinien jedoch an gewisse Vorgaben zu halten haben, müssen wir vor einer möglichen Umsetzung bestimmte Vorgaben (wie etwa Eignungskriterien – siehe Anhang) abklären.
Gibt es daher weiterführende Informationen, damit wir eine fundierte Prüfung vornehmen können? Wer würde diese Ausbildung anbieten? Gibt es ein Grobkonzept? Im Anhang finde Sie zwei Dokumente zur weiteren Unterstützung und Information.
Sobald uns ein konkretes Grobkonzept (ca. 2 Seiten – siehe Anhang – gerne auch umfangreicher, muss es aber an dieser Stelle noch nicht sein) vorliegt, sowie Angaben zum Kursinstitut, Standort und Qualifikation Personal etc., können wir eine vertiefende Prüfung vornehmen und die Grundlagen einer Förderung abklären.
Ich hoffe hiermit die wichtigsten Informationen zum aktuellen Zeitpunkt zusammengefasst zu haben und verbleibe
mit freundlichen Grüßen
Sonja Weghaupt
Nach zwei Wochen hat ethos.at folgendes Konzept eingereicht
