Sela Petra: Fahrtwind

Die Chefredakteurin von "The Global Player", Madge Gill Bukasa, hat das Buch von Petra Sela entdeckt und darüber folgende Kolumne geschrieben:

W.G. Sebald sagte, dass „kein ernsthafter Mensch mehr an etwas anderes denkt”, wenn er vom Holocaust erfahren hat. Ein berühmtes Opfer des Nationalsozialismus ist Walter Benjamin. Im Zusammenhang mit Benjamins Werk taucht der Gedanken oder das Bestreben auf, „eine Stadt zu schreiben”. Das Bemühen, die Konstante der urbanen Bewegtheit und Veränderung in ein festes Schriftbild mit innerem literarischen Fluss zu bringen. Eine schier unlösbare Aufgabe, mit der sich ein Mensch immer wieder beschäftigen mag.

Einer Lösung begegnete ich bei einer Lesung der Haiku-Dichterin Petra Sela. Sela ist eine leidenschaftliche U-Bahn-Fahrerin. Als Leiterin der Österreichischen Haiku-Gesellschaft hat sie ihre jahrzehntelange Praxis in japanischer Haiku-Dichtung in Gedichten über das Wiener U-Bahn-Netz aufgelöst. Ihr stenografisches Auge fängt Momente ein, atmet sie ein, hält sie fest, und atmet sie wieder aus. Petra Selas Gedichte sind Botschaften in einen offenen Raum oder an einen präzisen Punkt. Ihr nun erschienenes Buch auf 100 Seiten mit realistischen Grafiken von Helmut Rusche ist wie die Stadt Wien atmet. 

TGP Fahrtwind

Petra Sela

FAHRTWIND mit der U-Bahn durch Wien. Haiku

100 Seiten, 13 Farbabbildungen mit Werken von Helmut Rusche

Vorwort von Traude Veran

ISBN:978-3-9504782-5-9

Wenn Dir ethos.at wertvolle Informationen liefert, bitte um deine Bewertung via Spende!