Das Kapitalismustribunal

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Ist der Kapitalismus ein Verbrechen?

Das Kapitalismustribunal verhandelt die mutmaßlichen Verbrechen des europäischen Kapitalismus.

Vom 1. bis 12. Mai 2016 wird brut Wien, Spielstätte für performative Künste am Karlsplatz, dazu in einen Gerichtshof umgewidmet.

Hier wird gegen die Gebaren und Produktionsweisen des europäischen Kapitalismus und ihre Auswirkungen auf Menschen, Gesellschaft und unseren Planeten Anklage erhoben. Die Urteilsfindung wird im November im WERK X stattfinden. Das Kapitalismustribunal konstituiert ein überpositives Gerichtsverfahren in Tradition der Nürnberger Prozesse, der Russell-Tribunale und der Wilhelmstraßen-Verfahren. Ziel ist es, das Versagen der alten Ordnung aufzuarbeiten und zu ermitteln, was in einer zukünftigen Ökonomie nie mehr geschehen darf.

Jeder lebende Mensch ist anklageberechtigt. Seit Mai 2015 werden unter kapitalismustribunal.org Fälle gesammelt. Derzeit sind 223 Fälle eingegangen und online für jede/n einsehbar.

Für die Verfahrenseröffnung im Mai 2016 im brut Wien werden diese in sieben Themenfelder gegliedert und es wird in allen Fällen Anklage erhoben. Ihre Mitarbeit beim Tribunal im Mai haben bereits die New Yorker Ökonomin und Soziologin Saskia Sassen, der Philosoph Srecko Horvat, der liberale Systemtheoretiker Louis Klein, der Agrarökonom Fetewei Tarekegn, der Klimapolitologe Tadzio Müller sowie der Executive Director des Club of Rome, Alexander Stefes, zugesagt.

Das Kapitalismustribunal arbeitet mit neuen Formen und Mitteln des postdramatischen und postepischen Theaters. Der Text wird aus realen Anklagen, die auf kapitalismustribunal.org eingereicht wurden, und der realen Expertise der AnklägerInnen, VerteidigerInnen, RichterInnen und der Jury generiert. Es wird über die derzeitige ökonomische Wirklichkeit verhandelt und geurteilt. Da die Versammlung, also die Menschen aus Wien, Urteile über wirkliche Handlungen spricht, die jeder begangen haben könnte, werden die urteilenden ZuschauerInnen den Konflikt in sich selbst austragen.

Wie hätte ich gehandelt?

Wie wollen wir und wie will ich leben?

Ziel des Kapitalismustribunals ist eine faire Aufarbeitung der mutmaßlichen Verbrechen des Kapitalismus, um für die Zukunft zu lernen. Das Tribunal geht von der Tatsache aus, dass im mer mehr Menschen zunehmende Unfreiheit und Ungleichheit beobachten. Gleichzeitig zeigt sich ihnen das ökologische Desaster. Geltendes Recht und Rechtsempfinden klaffen auseinander. Das Kapitalismustribunal ist ein Projekt des Berliner Haus Bartleby e. V. – Zentrum für Karrie reverweigerung in Koproduktion mit brut Wien und Werk X und Unterstützung u. a. des Club of Rome, der Rosa-Luxemburg-Stiftung, der Heinrich-Böll-Stiftung und der Friedrich-Ebert Stiftung.

brut Presseinformation

Kontakt für Rückfragen: Eva Ludwig-Glück, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Tel: +43 1 58 78 774-13, Mobil: +43 676 58 78 730

 

Tags: Gerichtsverfahren, Tribunal, Inszenierung, Theater