VIER PFOTEN: Tiere zahlen einen hohen Preis für unseren Ei-Konsum
26. März 2026 - (Information von VIER PFOTEN - Stiftung für Tierschutz via APA / OTS) - Ostern naht, und damit wird auch der Ei-Konsum wieder stark ansteigen. Laut Statistik Austria wurden 2024 pro Kopf 250 Eier gegessen. Um diesen hohen Konsum zu ermöglichen, zahlen Hühner einen hohen Preis, wie VIER PFOTEN festhält: Nicht nur werden sie auf Kosten ihrer Gesundheit auf Hochleistung gezüchtet, auch ihre Haltungsbedingungen sind oft völlig unzureichend.

„Um den Hunger nach Eiern zu stillen, wurden Legehennen darauf gezüchtet, möglichst viele Eier zu legen. Während die wilde Stammform unserer Haushühner einst nur 20-30 Eier pro Jahr legte, sind es bei heutigen Legehybriden über 300 Eier im Jahr. Für die Körper der Tiere ist dieser Eierlegemarathon mit zahlreichen Problemen verbunden, die so schwerwiegend sind, dass die ausgelaugten Tiere in der Regel nach ein bis zwei Jahren geschlachtet werden – obwohl sie in der Natur bis zu 15 Jahre leben könnten. Ein Nebeneffekt des Hochleistungs-Eierlegens sind etwa Brustbeinfrakturen durch Osteoporose, die laut Studien nahezu 100 Prozent der Tiere betrifft“, sagt VIER PFOTEN Kampagnenleiterin Veronika Weissenböck.
Auch das Problem des Tötens der männlichen Küken bleibt zumindest im konventionellen Bereich bestehen: Da die Brüder der Legehennen weder Eier legen noch für die Mast genutzt werden können, da sie im Unterschied zu Masthühnern viel zu wenig Gewicht zunehmen, sind sie für die Nahrungsmittelproduktion wertlos. In Österreich werden daher nach wie vor fast zehn Millionen Küken jährlich mittels Gas zur Futtergewinnung getötet.
Wenn die Haltungsform auf verarbeiteten Produkten mit Eieranteil nicht ausgewiesen ist, sollten Verbraucher:innen diese auf keinen Fall kaufen. Dies gilt beispielsweise bei Kuchen vom Bäcker oder bei der Eierspeise im Restaurant – aber auch beim gefärbten Osterei. Die Kennzeichnung der Haltung ist bei Produkten wie Kuchen, bunten Eiern, Keksen oder Eiernudeln im Gegensatz zum Frischei generell keine Pflicht. Weissenböck: „In der industriellen Fertigung oder in der Gastronomie kommen oft Billigeier aus dem Ausland zum Einsatz. Alleine in der EU werden noch immer fast 40 Prozent der Hühner in Käfigen gehalten, weltweit ist der Anteil noch viel höher. Dementsprechend ist die Wahrscheinlichkeit gegeben, dass verarbeitete Eier aus Käfighaltung stammen, die in Österreich seit Jahren verboten ist.“ Das ist auch der Grund, warum VIER PFOTEN sich seit Jahren nicht nur für ein Verbot der Käfighaltung, sondern auch für eine umfassende verpflichtende Kennzeichnung verarbeiteter Eier nach Haltungsform und Herkunft einsetzt, wie sie beim Frischei schon seit langem tadellos funktioniert.
Wenn man auf den Kauf von Eiern nicht verzichten möchte, sollten Konsument:innen konventionelle Produkte meiden und unbedingt Biohaltung (auf dem Ei-Stempel mit 0 gekennzeichnet) wählen. In dieser Haltungsform haben die Tiere den großzügigsten Auslauf und Platz im Stall zur Verfügung und müssen nicht ihr ganzes Leben in dunklen, geschlossenen Hallen verbringen wie etwa in der Bodenhaltung. Außerdem werden die männlichen Küken in der Biohaltung zumindest einige Wochen lang großgezogen.
Mehr als die Hälfte der Legehennen in Österreich werden in Bodenhaltung (mit 2 gekennzeichnet) gehalten. „Diese ist aus Tierschutzsicht völlig unzureichend: Es dürfen bis zu neun Hennen pro Quadratmeter gehalten werden. Durch das Gedränge ausgelöster Stress ist eine häufige Todesursache für die Hühner. Es mangelt ihnen auch an Beschäftigung, da es keinen Grünauslauf gibt. Verhaltensweisen wie Futtersuche, Scharren und Picken können nur bedingt ausgeübt werden“, so Weissenböck.
